GEGENSTROM

"Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom!"

Die Gegenstrom-Linie ist unsere persönliche Spielwiese: experimentell, durchaus schräg und gerade deshalb so erfrischend anders! Diese Weine verstehen sich als Brückenbauer hin zu maischevergorenen Orange- und Naturweinen:

Während der Gärung im Holzfass und auch in den anschließenden Monaten während der Lagerzeit auf der Vollhefe sind ca. 10% ganze Beeren im Wein enthalten. Bis in den Juli verbleibt der Wein so ohne Schwefel auf der Hefe. In dieser Zeit werden durch den Alkohol verschiedenste Aroma-, Extrakt- und Gerbstoffe aus den Beerenschalen und -kernen ausgelaugt.

Die Weine erweisen sich meist nicht gerade als typische Vertreter ihrer Rebsorte und schaffen es, festgefahrenen Vorurteilen und eingestaubten Sorten-Klischees gekonnt den Spiegel vorzuhalten:

Weine von belebend anderer Machart - eine neue Dimension des Weingenusses und unser persönliche Zugabe zur Naturwein-Bewegung.

2019 MÜLLER-THURGAU

Der Müller-Thurgau verkörpert innerhalb der Gegenstrom-Linie den fein-würzig expressiven Typus. Aufgrund seiner aromatischen Beerenhaut wird durch den langen Maischekontakt im Fass ein besonderes Geschmackserlebnis geschaffen.
Kaum geschwefelt läuft der Wein strohgelb ins Glas. Das Bukett ist bereits sehr würzig mit Anklängen von frischen Trauben und weißen Mandeln, unterlegt von floralen und gelbfruchtigen Aromen, die ein wenig an eine fränkische Streuobstwiese denken lassen.
Am Gaumen schwingt eine herbe, wieder verhaltene Frucht, nussige und leicht hefige Aromen. Die aromatisch-muskatige Würze entlarfen ihn als Müller-Thurgau. Der Wein hat Griff von mürben Gerbstoffen an den Zungenrändern (das irritierende Element) und fühlbar ausdrucksstarke Substanz in zart-cremigem Schmelz mit zugleich recht deutlicher Mineralik und einer Spur Rauch. Salzig im Finish schmeckt seine tiefgründige erdige Würze noch lange nach.
Ein wegweisender Müller-Thurgau, der die angestaubten Vorurteile dieser unterschätzten Rebsorte wegzufegen vermag!

A. 12,0 %  |  RZ. 1,4 g/L  |  GS. 5,6 g/L  |  Preis auf Anfrage



2019 SILVANER

Der Silvaner vertritt in dieser Linie meist den fränkisch-erdig eleganten Typus. Aufgrund seiner dickeren Beerenhaut wird hier der lange Maischekontakt sensorisch am deutlichsten wahrnehmbar.
In der Nase agiert er zunächst flintig-verhalten. Es offenbaren sich kühle, pflanzliche und zart rauchige Nuancen nach Kräutern, Waldboden und nassen Steinen gepaart mit würzig-nussigen Noten und mineralischen Anklängen.
Neben einer gut gepufferten Säure, die dem Wein Frische und Gegenhalt zu den belegenden Phenolen beschert, breitet sich im Mundraum ein ätherischer Gesamteindruck aus. Zumeist deutlich aromatischer als unsere "normalen" Silvaner schwingt der Wein aromatisch zwischen Spuren von Kreide, rauchig-kräuterwürzigen Zwischentönen und einer saftigen Gelbfruchtigkeit. Er hat Leben und Energie, bleibt nie stehen, wandelt sich stetig im Glas und hinterlässt einen herb-saftiger Abgang mit gelber und ein wenig nussiger Würze.

A. 12,0 %  |  RZ. 0,3 g/L  |  GS. 5,6 g/L  |  Preis auf Anfrage



2018 WEISSER BURGUNDER

Der Weißburgunder verkörpert innerhalb der Gegenstrom-Linie den wilden unangepasst jugendlichen Typus. Trotz Vergärung mit Maischeanteil behielt sich der Wein eigene Freiräume vor und überraschte am Ende der Gärung mit einer erhöhten natürlichen Restsüße. Da die Weine dieser Linie absolut ihre ganz eigene Natürlichkeit widerspiegeln sollen, wurde dies von uns auch nicht verändert.
In der Nase ganz klar Burgunder mit deutlicher Prägung der Hefe. Die eher zurückhaltende Frucht erinnert an traubige Süße und herbe Noten unreifer Mirabellen.
Am Gaumen explodiert der Wein förmlich mit erdigem Grip auf der Zunge. Er hinterlässt tiefgründig Nuancen nach Apfel, Quitte und Honig. Die Süße ist durch die Phenole des Maischeanteils und die weiche Säure gut eingebunden und ausbalanciert. Sehr langer Nachhall.

A. 12,5 %  |  RZ. 16,0 g/L  |  GS. 6,1 g/L  |  Preis auf Anfrage