GEGENSTROM

"Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom!"

Die Gegenstrom-Linie ist unsere persönliche Spielwiese: experimentell, durchaus schräg und gerade deshalb so erfrischend anders!

Während der Gärung im Holzfass und auch in der Lagerzeit danach sind ca. 10% Trauben im Wein enthalten. Bis in den Juli verbleibt der Wein so ohne Schwefel auf der Hefe. In dieser Zeit werden durch den Alkohol verschiedenste Aroma- und Gerbstoffe aus den Beeren ausgelaugt.

Die Weine erweisen sich nicht gerade als typische Vertreter ihrer Rebsorte und schaffen es, festgefahrenen Vorurteilen und eingestaubten Sorten-Klischees gekonnt den Spiegel vorzuhalten:

Weine von belebend anderer Machart -  eine neue Dimension des Weingenusses und unser persönlicher Kommentar zur Naturwein-Bewegung.

MÜLLER-THURGAU

Der Müller-Thurgau verkörpert innerhalb der Gegenstrom-Linie den fein-würzig expressiven Typus. Aufgrund seiner aromatischen Beerenhaut wird durch den Maischekontakt ein besonderes Geschmackserlebnis geschaffen.
Kaum geschwefelt läuft der Wein strohgelb ins Glas. Das Bukett ist würzig mit Anklängen von frischen Trauben, Salbei, Quitte und weißen Mandeln.
Am Gaumen wirkt der Müller-Thurgau cremig und ebenfalls sehr würzig. Salzig im Finish schmeckt seine tiefgründige Frucht noch lange nach.
Ein wegweisender Müller-Thurgau, der die angestaubten Klischees dieser unterschätzten Rebsorte wegzufegen vermag!


SILVANER

Der Silvaner verkörpert innerhalb der Gegenstrom-Linie den fränkisch-erdig eleganten Typus.
Aufgrund seiner dickeren Beerenhaut wird hier der lange Maischekontakt sensorisch am deutlichsten wahrnehmbar.
In der Nase zunächst flintig-verhalten.
Es offenbaren sich Nuancen von Apfel und Birne gepaart mit würzig-vegetabilen Noten nach Kräutern, Waldboden und nassen Steinen.
Neben einer agilen Säure, die dem Wein Frische und Gegenhalt zu den belegenden Phenolen beschert, breitet sich im Mundraum ein ätherischer Gesamteindruck aus. Die für die Mainschleife typische Birnenfrucht des Silvaners zeichnet sich getragen von einem erdig-kalkigen Nachhall ab.


WEISSER BURGUNDER

Der Weißburgunder verkörpert innerhalb der Gegenstrom-Linie den wilden unangepasst jugendlichen Typus. Trotz Vergärung mit Maischeanteil behielt sich der Wein eigene Freiräume vor und überraschte am Ende der Gärung mit einer erhöhten natürliche Restsüße. Da diese Weine absolut die Natur widerspiegeln sollen, wurde dies von uns auch nicht verändert.
In der Nase ganz klar Burgunder mit deutlicher Prägung der Hefe. Die eher neutrale Frucht erinnert an traubige Süße und herbe Noten unreifer Mirabellen.
Am Gaumen explodiert der Wein förmlich mit erdigem Grip auf der Zunge. Er hinterlässt tiefgründig Nuancen nach Apfel, Quitte und Honig. Die Süße ist durch die Phenole des Maischeanteils und die weiche Säure gut eingebunden und ausbalanciert. Sehr langer Nachhall.